Das Projekt: Industrial Service Excellence Monitor

Kurzbeschreibung

Wegen des zunehmenden komplexeren und wettbewerbsintensiveren Umfelds müssen Firmen ihr Angebot stets um neue industrielle und wissensbasierte Dienstleistungen ergänzen. Wissen in der Gestaltung und Kompetenzen im Management von Industrial Services sind dabei ausschlaggebend für den Erfolg - besonders für KMUs. Industrielle Services zu entwickeln, zu produzieren und zu vermarkten bringt jedoch einige Veränderungen in Unternehmensbereichen mit sich. Internationale Studien (z.B. ESIC- Report) zeigen, dass viele Firmen diese Veränderungen erst umsetzen müssen. Die fortlaufende Messung der eigenen Entwicklung ist dabei unumgänglich, um Industrial Service Excellence zu erreichen. Derzeit existieren keine Monitoring-Systeme, die helfen den aktuellen Stand zu ermitteln und konkrete Maßnahmen daraus abzuleiten - genau hier setzt das Projekt ISEM an!

Mit dem Projekt ISEM – Industrial Service Excellence Monitor - entwickeln die beiden Projektpartner Fachhochschule Oberösterreich, Studiengang Global Sales und Marketing, Campus für Management in Steyr sowie das Centrum für Marktforschung der Universität Passau (CFM) einen online verfügbaren Monitor, der Firmen in Oberösterreich und Niederbayern ermöglicht, 

  • ihren aktuellen Stand in definierten Disziplinen der Industrial Service Excellence zu ermitteln, 
  • mit Best Practices zu vergleichen und 
  • Handlungsempfehlungen zu erhalten. 

Der Monitor ist so gestaltet, dass mittels eines speziell entwickelten Adaptionskonzeptes die anderen Interreg-Regionen Österreichs und Bayerns den ISEM für ihre Nutzung angleichen können. Der ISEM soll weiters nach Projektende mit Daten befüllt werden, um so für zukünftige Monitoring-Zwecke zur Verfügung zu stehen.

Projektlaufzeit: März 2016 bis Februar 2019

Projektziel

Ziel des 3-jährigen Projekts ISEM ist die Entwicklung eines online-Monitors als ein Instrumentarium, das Unternehmen eine detaillierte Sicht über den aktuellen Stand ihrer Industrial Service Excellence, Vergleiche mit Best-Case-Firmen und Handlungsempfehlungen aufzeigt und sie nachhaltig begleitet. Industrial Service Excellence bedeutet, dass produzierende Unternehmen auf höchstem Niveau neue und bestehende industrielle Dienstleistungen entwickeln, produzieren und erfolgreich international vermarkten. Um diese Exzellenz zu erreichen ist es notwendig, sich auf dieses Ziel auszurichten und verschiedenste Unternehmensbereiche, u.a. Struktur, Prozesse, Kultur, Strategie, etc. anzupassen.

Umsetzung des Projekts

Mit dem Projekt ISEM werden diese Aufgabenstellungen bearbeitet: 

  • Festlegen von Messgrößen für Industrial Service Excellence
  • Entwicklung eines Online-Monitors sowie Ausarbeitung von Best-Practice-Lösungen für Industrial Service Excellence
  • Wissenschaftliche Überprüfung des Monitors durch qualitative und quantitative Erhebungen
  • Aufbau und Befüllen einer Industrial-Service-Excellence-Datenbank aus allen Interreg-Regionen Österreich und Bayerns
  • Vergleiche mit Best-Case Unternehmen sowie regionale Gegenüberstellungen (OÖ-Niederbayern)
  • Konzept zur Dynamisierung des ISEM über die Projektlaufzeit hinaus
  • Unterstützung von KMUs in der Implementierung von Industrial Service Excellence

Das Projekt ist in insgesamt 6 Projektphasen gegliedert: 

Industrial Service Excellence Analyse (Projektphase 1)

In einem ersten Schritt werden zum einen bestehende Monitoringverfahren gescreent, zum anderen eine Sekundäranalyse wissenschaftlicher Literatur über die Parameter von Industrial Service Excellence durchgeführt. Um die Industrial Service Excellence Dimensionen und mögliche Pfade zur Erreichung der Exzellenz zu erhalten wird eine qualitative Erhebung mit 25 Best-Case-Unternehmen in den beiden Projektregionen durchgeführt. Hierbei werden Best-Cases in den politischen Bezirken bzw. Landkreisen von Oberösterreich und Niederbayern in spezifischen Branchen detailliert untersucht. Mit der qualitativen Erhebung wird zudem die Basis für nachfolgende Vergleiche und Benchmarks geschaffen. 

Metrik für Industrial Service Excellence (Projektphase 2)

In dieser Projektphase werden Fokus-Gruppen mit ExpertInnen aus Wirtschaft und Wissenschaft befragt, um Messgrößen für Industrielle Service Excellence zu entwickeln. Die Ergebnisse der Best-Cases-Erhebung fließen hier als Ausgangsmaterial mit ein. Danach werden Skalierungen auch mithilfe wissenschaftlicher Literatur für die einzelnen Maße erarbeitet. Ein Pre-Test und eine anschließende quantitative Erhebung in mindestens 250 Unternehmen dienen der Validierung und Reliabilitätsüberprüfung der entwickelten Messgrößen. Die Untersuchung zielt auch auf eine Ersterfassung von Daten für den Service Innovation Excellence Monitor ab. Daher wird diese mit Firmen aus allen Interreg-Regionen (Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Niederbayern, Oberbayern, Schwaben) durchgeführt, um eine ausreichende Datenbasis zu erhalten und eine spätere Adaption des Monitors für die Nicht-Projektregionen ermöglichen zu können. Teilnehmende Firmen – insbesondere KMUs - erhalten dazu die Option, sich registrieren zu lassen, um später einen individuellen Report zu erhalten. Dies ist für alle Firmen aus Oberösterreich und Niederbayern möglich. Für die anderen Programmregionen ist die Registrierungsmöglichkeit auf maximal 50 Firmen aufgrund der Kosten und Komplexität beschränkt.

Industrial Service Excellence Online-Monitor (Projektphase 3)

Aus den in den Projektphasen 1 und 2 entwickelten Metriken und Dimensionen der Industrial Service Excellence sowie den generierten Erkenntnissen der Best-Cases und gewonnenen Datensätzen der Erhebungen wird ein Prototyp eines online Monitoringsystems entwickelt. Dieser Monitor wird anschließend durch Eye-Tracking-Analysen wahrnehmungsoptimiert, um bestmögliche Verwendbarkeit, Benutzerfreundlichkeit und Visualisierung zu garantieren. Anschließend wird der Monitor in die Projekthomepage integriert. Ein Handbuch zur Benutzung des Monitors wird erstellt. 

Adaptionskonzept für andere Interreg-Regionen (Projektphase 4)

Aufbauend auf die gesammelten Unternehmensdaten aus den Interreg-Regionen (Projektphase 2) und dem entwickelten Online-Monitor (Projektphase 3) werden Methodik und Vorgehensweisen erarbeitet, wie politische Verantwortliche und Unternehmen dieser Programmregionen den Monitor nützen können. Zudem wird aufgezeigt, welche Maßnahmen in den Regionen gesetzt werden müssen, um den Monitor in Zukunft bestmöglich einsetzen zu können. 

Dynamisierungskonzept (Projektphase 5)

Um langfristig den ISEM über das Projektende hinaus nutzen zu können, wird ein Konzept zur Dynamisierung wntwickelt. Das Konzept zielt darauf ab, wie die gewonnenen Daten und Erkenntnisse fortlaufend erneuert und wie Entwicklungspfade für Unternehmen in ihrer Industrial Service Excellence auch zukünftig abgeleitet und langfristige Vergleiche erlangt werden können. Das Dynamisierungskonzept wird zudem Auskunft geben, wie die zukünftige Gewinnung und Zurverfügungstellung der Ergebnisse an Unternehmen und Projektregionsverantwortliche garantiert werden kann. 

Transfer zu KMUs und Dissemination zu den Zielgruppen (Projektphase 6)

Alle Ergebnisse werden im Laufe des Projektes dokumentiert und mittels der bestehenden Veranstaltungen der Projekt- und Disseminationspartner an die Zielgruppen verbreitet. Um einen noch spezifischeren Impact für Unternehmen und Regionsverantwortliche zu garantieren, werden zehn registrierte KMUs aus Oberösterreich und Niederbayern zusätzlich durch die Projektpartner unterstützt, um festzulegen, welche Maßnahmen sie mit welchen Mitteln und Fördermöglichkeiten konkret umsetzen sollen. Darüber hinaus werden die internen Barrieren in den KMUs erhoben, die sie am Voranschreiten des Industrial Service Exzellenzpfades hindern. Die Erkenntnisse daraus werden mit bestehenden oder fehlenden Policies zur Überwindung dieser Barrieren in den beiden Regionen, die unterschiedliche Policies anbieten, grenzüberschreitend verglichen und Handlungsempfehlungen für die Regionsverantwortlichen für die Policy-Gestaltung abgeleitet. Für die Verbreitung der Projektergebnisse wird eine eigene grenzüberschreitende Veranstaltung im grenznahen Raum für die Zielgruppen beider Regionen organisiert. 

Angestrebte Ergebnisse

  • Entwicklung eines online verfügbaren Monitors für Unternehmen sowie Ausarbeitung von Best-Practice-Lösungen für Industrial Service Excellence
  • Wissenschaftliche Überprüfung des Monitors durch qualitative und quantitative Erhebungen
  • Aufbau und Befüllen einer Industrial-Service-Excellence-Datenbank aus allen Interreg-Regionen Österreich und Bayerns
  • Vergleiche mit Best-Case Unternehmen sowie regionale Gegenüberstellungen (OÖ-Niederbayern)
  • Konzept zur Dynamisierung des ISEM über die Projektlaufzeit hinaus
  • Unterstützung von KMUs in der Implementierung von Industrial Service Excellence
  • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen durch Verbesserung ihres Managements von Industrial Services, um die Voraussetzung für die Entwicklung und Vermarktung neuer wachstumswirksamer Dienstleistungen herzustellen
  • Beitrag zur „Dienstleistungsstrategie OÖ“ und dem strategischen Programm „Innovatives OÖ 2020“ durch den nachhaltigen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung und Vermarktung von neuen industriellen Dienstleistungen
  • Stärkung der Projektregion durch die Verbesserung des Wissens und der Kompetenzen im Innovieren und im Umgang mit Industrial Services

Hintergrund

Die Thematik der Industrial Service Excellence ist für die beiden sachgüterorientierten Projektregionen – Oberösterreich und Niederbayern - außerordentlich aktuell. Um dem Druck der Globalisierung Stand zu halten, ergänzen und erweitern produzierende Unternehmen ihr Angebot vermehrt um neue industrielle und wissensbasierte Dienstleistungen. Industrielle Dienstleistungen zu entwickeln, zu produzieren und zu vermarkten bringt Veränderungen in fast allen Unternehmensbereichen mit sich. Internationale Studien zeigen, dass viele Firmen in Oberösterreich diese Veränderungen erst umsetzen müssen. Die fortlaufende Messung des eigenen Entwicklungsstandes ermöglicht es Firmen ihren Industrial Service Excellence Grad zu erheben und gezielt darauf zu reagieren. Derzeit existieren jedoch keine Monitoring-Systeme, um den aktuellen Stand zu ermitteln und konkrete Maßnahmen abzuleiten – genau hier setzt das Projekt ISEM an!

Finanzierung

Gefördert aus:

dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung der Europäischen Union im Rahmen des Programms INTERREG Österreich-Bayern 2014-2020